Make.com vs. Zapier [Teil 1]: Wie helfen Automatisierungs-Tools im Online-Marketing?

Online-Marketing-Aufgaben automatisch ablaufen lassen, statt sie jedes Mal händisch durchzuführen: Automatisierungs-Tools wie Make.com und Zapier verbinden unterschiedliche Anwendungen miteinander und führen definierte Arbeitsschritte selbstständig aus. Wie diese Tools aufgebaut sind und welche Rolle sie im Online-Marketing spielen, zeige ich euch in diesem ersten Teil meiner Blogreihe.

Infografik zum Blogbeitrag „Make.com vs. Zapier [Teil 1]: Wie helfen Automatisierungs-Tools im Online-Marketing?“. Die Grafik zeigt fünf Themenbereiche: realistische Einschätzung von Marketing-Automatisierung, Einführung in Make.com und Zapier, Trigger, Aktionen und Datenfelder sowie die Hauptnavigation beider Tools.
Teil 1 der Blogreihe: Make.com, Zapier und die Grundlagen der Prozessautomatisierung im Online-Marketing.

Die Themen dieses ersten Teils meiner Blog-Serie zu Make.com und Zapier im Online-Marketing auf einen Blick:

Auf geht’s:

Automatisierung im Marketing: Eine realistische Einschätzung

Tools wie Make.com und Zapier haben fraglos ihre Vorteile im Online-Marketing (wir kommen gleich dazu). Man muss aber auch realistisch sagen: Einige der Marketing-Automatisierungen, die beispielhaft genannt werden, bringen hochwertige Marketing-Tools bereits mit. Dafür benötigt man nicht zwingend Make.com oder Zapier als zusätzliche Middleware (= Software, die verschiedene Anwendungen miteinander verbindet):

Beispiel 1: Leads von Website-Kontaktformularen in ein CRM übertragen. Das tun etablierte CRM-Lösungen wie Hubspot, Bitrix24, Zoho oder Pipedrive selbst. Hier braucht es kein Make.com oder Zapier.

Beispiel 2: Automatisierungen im E-Mail-Marketing. Auch das leisten etablierte Mailing-Lösungen wie Brevo, Cleverreach, Rapidmail, Mailjet oder Inxmail selbst.

Beispiel 3: Automatisierungs-Workflows mit Google Docs und Google Sheets. Viele dieser Aufgaben lassen sich direkt mit Google Workspace und Googles KI-Assistent Gemini erledigen.

Die drei Beispiele zeigen: Nicht jede Automatisierung erfordert daher zwingend eine Middleware-Lösung wie Make.com oder Zapier. Deshalb konzentriere ich mich im Folgenden auf Anwendungsfälle, bei denen Make.com und Zapier einen echten Mehrwert bieten.

Prozessautomatisierung: Was sind Make.com und Zapier?

Make.com und Zapier sind Automatisierungs-Plattformen (Integration Platform as a Service, kurz: IPaaS). Beide verfolgen dasselbe Ziel: Sie verbinden unterschiedliche Anwendungen bzw. Tools miteinander und führen Arbeitsschritte zwischen diesen Tools automatisch aus.

Zwei Beispiele:

  • Aus einem Blog-Beitrag mehrere Posts für verschiedene Social-Media-Plattformen automatisiert erstellen.
  • Sentiment-Analysen (KI erkennt Frage, Kritik oder Lob) von Social-Media-Kommentaren automatisiert ausführen lassen

Die Vorlagen-Visualisierungen von Make.com veranschaulichen gut das Prinzip. Im unten gezeigten Beispiel verknüpft Make.com drei Instanzen:

  1. WordPress (Content-Management-System)
  2. ChatGPT (KI-Assistent)
  3. Google Docs (Textverarbeitung)
Ein beispielhafter Autormatisierungs-Workflow in Make.com.

Sobald ein neuer WordPress-Beitrag veröffentlicht wurde, wird dessen Inhalt an ChatGPT geschickt. ChatGPT erstellt daraus plattformgerechte Social-Media-Entwürfe (z. B. für Facebook, Instagram oder TikTok). Diese Post-Entwürfe werden anschließend in einem Google-Docs-Textdokument hinterlegt. Der Mensch prüft diese Texte und kann sie dann auf den Social-Media-Plattformen veröffentlichen.

In diesem Beispiel endet der Workflow nach der Erstellung der Social-Media-Entwürfe. Denkbar wäre ein zweiter Workflow, der nach einer menschlichen Freigabe die Veröffentlichung aus Google Docs heraus auf den jeweiligen Social-Media-Plattformen automatisiert übernimmt.

Diese Beispiele zeigen auch, was KI-Kompetenz zwingend umfasst: Vor Veröffentlichung KI-erstellter Inhalte fachkundig zu prüfen, ob der Content so live gehen kann.

Die obige Make.com-Visualisierung verdeutlicht, warum Make.com und Zapier auch „No-Code-Tools“ genannt werden: No-Code („kein Code“) ist eine Methode der Software-Entwicklung, bei der Anwendungen ohne Programmierkenntnisse erstellt werden. Statt Programmcode schreiben zu müssen, nutzen User*innen visuelle Benutzeroberflächen und vorgefertigte Bausteine, um die gewünschten Funktionen zusammenzuklicken.

Prozessautomatisierung: Was sind Trigger, Aktionen & Datenfelder?

Die drei Hauptbestandteile von Prozessautomatisierungs-Tools auf einen Blick:

Automatisierungs-BestandteilBeispiele
1. Trigger: Auslöser einer Automatisierung. Er signalisiert dem System: „Jetzt soll etwas passieren.“ Ohne Trigger startet keine Automatisierung.a) Ein neuer Social-Media-Kommentar wurde veröffentlicht.

b) Ein neuer WordPress-Blogbeitrag wurde erstellt.
2. Aktion: Tätigkeit, die nach dem Trigger ausgeführt wird. Eine Automatisierung besteht häufig aus mehreren Aktionen hintereinander.a) Social-Media-Kommentar analysieren.

b) Aus einem WordPress-Blogbeitrag Posts für Social-Media-Plattformen erstellen.
3. Datenfelder: Sie enthalten die Informationen, mit denen gearbeitet wird.a) Kommentartext

b) Inhalt eines Blogbeitrags

Make.com und Zapier übertragen diese Informationen von einem System zum nächsten.

Zum Abschluss von Teil 1 meiner Blog-Reihe zu Make.com und Zapier schauen wir uns jetzt noch die Hauptnavigationen der beiden Tools an:

Was umfasst die Hauptnavigation von Make.com?

Die Hauptnavigation von Make.com findet ihr in der lilafarbenen Seitenleiste am linken Bildschirmrand (klicken zum Vergrößern):

Schauen wir uns die Hauptnavigations-Punkte von Make.com detailliert an:

Navigationspunkt Make.comFunktion
HomeStartseite und Übersicht über den eigenen Make.com-Account.
ScenariosHier erstellt und verwaltet ihr eure Automatisierungen (Workflows).
AI AgentsBereich für KI-gestützte Automatisierungen und Agenten.
CredentialsVerwaltung der Verbindungen zu anderen Tools und Plattformen.
WebhooksEmpfang externer Daten und Ereignisse aus anderen Systemen.
MCP Toolboxes (Model Context Protocol)Standardisierte Schnittstelle, über die KI-Modelle externe Werkzeuge und Datenquellen nutzen können.
TemplatesVorgefertigte Automatisierungen als Ausgangspunkt für eigene Workflows.
Data StoresSpeicherung von Daten innerhalb von Make.com.
MoreWeitere Einstellungen und Zusatzfunktionen.

Das war der Blick auf die Hauptnavigation von Make.com. Jetzt schauen wir uns die Hauptnavigation von Zapier an.

Was bietet die Hauptnavigation von Zapier?

Die Hauptnavigation von Zapier findet ihr ebenfalls in der Seitenleiste am linken Bildschirmrand (klicken zum Vergrößern):

Schauen wir uns die Hauptnavigations-Punkte von Zapier im Detail an:

Navigationspunkt ZapierFunktion
HomeStartseite und Übersicht über den eigenen Zapier-Account.
AssetsVerwaltung und Übersicht über bereits erstellte Automatisierungen und KI-Komponenten.
TemplatesVorgefertigte Automatisierungen als Ausgangspunkt für eigene Workflows.
App ConnectionsHier verbindet ihr Zapier mit anderen Tools wie WordPress, Google Sheets oder ChatGPT.
MCP Servers (Model Context Protocol)Standardisierte Schnittstelle, über die KI-Modelle externe Werkzeuge und Datenquellen nutzen können.
Zap HistoryÜbersicht über bereits ausgeführte Automatisierungen und mögliche Fehler.
MoreWeitere Einstellungen und Zusatzfunktionen.

Damit endet der erste Teil meiner Blog-Serie zu den Automatisierungs-Tools Make.com und Zapier. Was erwartet euch in Teil 2?

Make.com vs. Zapier in der Online-Marketing-Praxis

Im bald erscheinenden zweiten Teil von „Wie helfen Automatisierungs-Tools im Online-Marketing?“ blicken wir auf einen konkreten Anwendungsfall aus dem Social-Media-Marketing.

Workflow-Automatisierung im Online-Marketing mit Make.com & Zapier:

  1. Neuer Social-Media-Kommentar veröffentlicht.
  2. KI erkennt Frage, Kritik oder Lob.
  3. Automatisiertes Erstellen einer Monitoring-Tabelle.

Bis dann.

Link-Tipps hier auf meinem Blog „Der Onliner – Marketing & Wirtschaft 4.0“:
Marketing-Automation: Die Chancen – die Tools – die Risiken

Externe Link-Tipps:
make.com: Help Center

zapier.com: Los geht’s mit Zapier


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