Marketing im digitalen Wandel: Zwischen Effizienz, Automatisierung & Wettbewerb (Lagebild der Marketingpraxis in deutschen Unternehmen 2026): So lautet eine aktuelle Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom. Einige der spannenden Ergebnisse habe ich für euch zusammengefasst.

In diesem Beitrag beleuchte ich folgende Punkte der Bitkom-Studie:
- Marketing 2026: Wer steht hinter der Studie?
- Budgets: Wie viel investieren Unternehmen ins Marketing?
- Marketingbudgets 2026: Die Verteilung
- Marketingziele 2026 nach Priorisierung
- Was nutzen Unternehmen schwerpunktmäßig?
- Marketing 2026: Die internen Herausforderungen
- Zukünftige Relevanz von Marketingmaßnahmen
- Datenschutz & Marketing
- Marketing 2026: Wohin geht die Reise?
Los geht’s mit den wichtigsten Erkenntnissen:
Marketing 2026: Wer steht hinter der Studie?
Der Bitkom e. V. ist der Branchenverband des deutschen Informations- und Telekommunikations-Sektors. Er vertritt rund 2.000 Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft. Zu den Mitgliedern zählen Mittelständler, Start-ups und Global Player.
Die Studie basiert auf 180 befragten Bitkom-Mitgliedsunternehmen und ist daher nicht statistisch repräsentativ für die Gesamtheit aller Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse sind jedoch aussagekräftig bezogen auf Trends und Entwicklungen innerhalb der digital- und technologienahen Unternehmenslandschaft.
Budgets: Wie viel investieren Unternehmen ins Marketing?
Obwohl die durchschnittliche Marketing-Budgetquote bei 4,1 Prozent liegt, investiert die größte Gruppe der befragten Unternehmen lediglich 1-3 Prozent ihres Umsatzes. Das deutet auf eine ungleich verteilte Budgetstruktur mit wenigen stark investierenden Unternehmen hin.
Auffällig: Viele Unternehmen können oder wollen laut Bitkom in der Befragung keine Angabe zu ihrem Marketing-Budget machen.
Marketingbudgets 2026: Die Verteilung
Laut Bitkom-Studie dominiert das Event-Marketing mit 34 Prozent das Marketing-Budget der befragten Unternehmen. In den Augen der Analysten zeigt dies, wie wichtig persönliche Interaktion und direkte Kundenkontakte sind. Ich stimme zu, gebe aber zu bedenken: Event-Marketing ist per se eine kostenintensive Angelegenheit, was wiederum die hohe Kostenposition teils erklären dürfte.
Das Budgetverteilungs-Ranking auf einen Blick:
- Event-Marketing (34 %)
- Marken- und Content-Kommunikation (18 %)
- Social-Media-Marketing (16 %)
- Such- und Handelsplattformen (14 %)
- Kundenkommunikation (12 %)
- Klassische Werbung (6 %)
Marketingziele 2026 nach Priorisierung
Laut der Bitkom-Studie beziffern die befragten Unternehmen ihre hochpriorisierten Marketingziele wie folgt:
- Neukundengewinnung (69 %)
- Lead-Generierung (67 %)
- Kundenbindung (53 %)
- Vertrauensaufbau (49 %)
- Markenbekanntheit (48 %)
- Markenimage (41 %)
- Thought Leadership (34 %)
- Markterschließung (28 %)
- Employer Branding (17 %)
- Nachhaltigkeitskommunikation (6 %)
Marketing-Disziplinen: Was nutzen Unternehmen schwerpunktmäßig?
Das Top-Ranking der Bitkom-Studie bezogen auf eingesetzte interne Marketing-Disziplinen:
- CRM-Marketing (72 %)
- Social-Media-Marketing (62 %)
- Eventmarketing (60 %)
- Unternehmenskommunikation (52 %)
- Content-Marketing (51 %)
- Employer Branding (51 %)
- Branding-Kampagnen (45 %)
- Search Marketing (44 %)
- Marketing Automation (43 %)
- Klassische Werbung (23 %)
Marketing 2026: Die internen Herausforderungen
Die befragten Unternehmen nennen Kostendruck und die Automatisierung von Marketingprozessen als größte interne Challenges.
Das gesamte Ranking der internen Herausforderungen:
- Kostendruck (54 %)
- Automatisierung von Marketingprozessen (54 %)
- Steigender Ressourcenbedarf für Content-Erstellung (43 %)
- Budgetkürzungen (40 %)
- Steigender Ressourcenbedarf für Social Media (38 %)
- Koordination von Marketingprozessen (37 %)
- Fehlende KI-Strategie (35 %)
- Mangelnde Integration von KI (34 %)
- Fehlende digitale Kompetenzen im Team (17 %)
Zukünftige Relevanz von Marketingmaßnahmen
Welche Marketingmaßnahmen werden künftig relevanter? Ganz oben genannt werden hier von den befragten Unternehmen die Themen Marketing-Automation und das Content-Marketing.
Das Ranking der nach Meinung der Befragten wichtiger werdenden Marketing-Disziplinen:
- Marketing-Automation (76 %)
- Content-Marketing (63 %)
- Social-Media-Marketing (50%)
- CRM-Marketing (47 %)
- Branding-Kampagnen (44 %)
- Search Marketing (41 %)
- Unternehmenskommunikation (34 %, bei gleichbleibend prinzipieller Relevanz)
- Event-Marketing (30 %, bei gleichbleibend prinzipieller Relevanz)
- Employer Branding (28 %, bei gleichbleibend prinzipieller Relevanz)
- Klassische Werbung (5 %, bei deutlich sinkender prinzipieller Relevanz)
Datenschutz & Marketing
Datenschutz-Bestimmungen empfinden die befragten Unternehmen zum einen als einschränkend (vor allem bei Personalisierung und Targeting). Zum anderen berichten sie aber auch von einer Stärkung des Markenvertrauens.
In Zahlen: 54 Prozent der befragten Unternehmen sehen Datenschutzanforderungen als größte externe Herausforderung. Dies vor allem bei:
- Nutzer*innen-Tracking
- Consent-Management
- Verarbeitung von Kundendaten
- Personalisierung von Inhalten.
Gleichzeitig bewerten 64 Prozent Datenschutz als stärkend für das Markenvertrauen.
Marketing 2026: Wohin geht die Reise?
Soweit ein Blick auf ausgewählte Ergebnisse der Bitkom-Studie. Abseits aller kursierenden Buzzwords bleibt in meinen Augen die wertschöpfende Aufgabe des Marketings auch 2026 unverändert bestehen:
Die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Kanal mit dem richtigen Inhalt zu erreichen. Und das daten- und kennzahlenbasiert, um eine messbare Conversion zu erzeugen.
Diese Conversion ist kein Selbstzweck. Sie muss sich am Ende des Tages an einer einfachen, aber harten Rechnung messen lassen:
Gewinn = Umsatz minus Kosten
Daran wird sich Marketing immer messen lassen müssen. Und für viele Unternehmen bleibt es auch 2026 die Aufgabe, ihr Marketing genau dahin zu entwickeln.
Quelle:
bitkom.org: Marketing im digitalen Wandel 2026
Link-Tipp hier auf meinem Blog „Der Onliner – Marketing & Wirtschaft 4.0“:
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